Zur Biographie von Othmar Spann

Wer sich mit Spanns Leben und Werk eingehender vertraut machen möchte, sei auf den Schlussband (Band 21) der Gesamtausgabe verwiesen: „Othmar Spann – Leben und Werk“.
Dazu in Kürze:
Geboren 1. Oktober 1878 in Altmannsdorf / seinerzeitig Vorort von Wien; gestorben 8. Juli 1950 zu Bergwerk bei Neustift im Burgenland. Verheiratet mit Erika Spann-Rheinsch, Dichterin; zwei Söhne.
Nach Studien der Ökonomie, Gesellschaftslehre und Philosophie an den Universitäten Wien, Zürich, Bern und Tübingen, Doktorat in Staatswissenschaften summa cum laude, Tübingen 1903, zunächst wissenschaftliche Tätigkeit an der Zentrale für private Fürsorge, Frankfurt am Main.
1908 Habilitation an der Technischen Hochschule Brünn, dort 1909 ao. und 1911 o. Professor für Volkwirtschaftslehre. 1919 Berufung als o. Professor für Nationalökonomie und Gesellschaftslehre an die Universität Wien.
1938 von den Nationalsozialisten inhaftiert und alsbald krankheitsbedingt entlassen, zog sich Spann auf seinen Landsitz im Burgenland zurück, wo er sich wiederum voll der wissenschaftlichen Arbeit bzw. philosophischen Forschungen widmete.
Spanns wissenschaftliche Leistung und sein wohl bleibendes Vermächtnis widerspiegelt umfassend die 21-bändige Werkausgabe (insbesondere auch deren Schlussband über „Leben und Werk“).
Das Gesamtwerk Spanns steht ganz im Spannungsbogen der großen Tradition abendländischer Geistesgeschichte von Platon über Aristoteles, Thomas von Aquin bis hin zum Deutschen Idealismus.
Als Vertreter des Universalismus hat Spann eine geistige Zusammenschau erbracht, die auf ganzheitlicher Grundlage den Kosmos der Wissenschaften umfasst und zu begreifen sucht.
Spann ließ dabei sich nie von allenfalls nur zu flüchtigen Strömungen beeinflussen oder gar vereinnahmen und blieb so auch in politisch bewegten Zeit seinem Denken bzw. seiner wissenschaftlichen Überzeugung unbeirrbar treu.
Von der umfangreichen Sekundärliteratur zu bzw. über Spann (neuerdings auch im Internet) möge sich der eingehend Interessierte anhand der verfügbaren Werkausgabe ein objektives Bild jeweils selber machen.